gegen gefängnisse

Knast ist der sichtbare brutale Ausdruck einer Gesellschaft, die unfähig ist, die von ihr verursachten Probleme zu lösen.

Durch Haft sollen vom Staat deklarierte „Straftäter_innen“ „resozialisiert“ werden. Knäste bringen jedoch keine besseren Menschen hervor, sondern reproduzieren „Straftäter_innen“, die Rückfallgefahr wird durch Haft erhöht.

Knäste dienen also nicht zur Sicherheit von Gesellschaften, sondern zur Aufrechterhaltung der vorherrschenden kapitalistischen und patriarchalen Ordnung.

Knäste verschärfen gesellschaftliche Ungleichheiten, Missstände und bestehende Unterdrückungsverhältnisse.

Es sind vor allem von Rassismus und Armut betroffene Menschen, die eingesperrt werden. Durch die rassistische Polizei und Justiz werden sie häufiger polizeilich kontrolliert und krimineller Handlungen verdächtigt.

Armut ist auch eine Ursache für Kriminalität, wodurch sich Betroffene dazu gezwungen fühlen, rechtswidrig zu handeln. 


Gefängnisse verfestigen und stützen die gesellschaftlichen Klassenverhältnisse.

Wenn Geldstrafen, die nicht bezahlt werden können, zum Freiheitsentzug führen, werden jene stärker bestraft, die es sich nicht leisten können zu bezahlen.


Gefängnisse sind feindliche Orte.

Gerade für Menschen, die schon durch die herrschende Gesellschaftsordnung diskriminiert werden, bedeutet eingesperrt zu werden, noch mehr Gefahr.

Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der Sexualität verstärken sich ohne sichere Rückzugsorte.


Wenn Menschen die Frage stellen: „Brauchen wir Gefängnisse?“ – dann können wir nur antworten: „Nein, WIR brauchen sie nicht.“ 

Der Staat braucht Gefängnisse. Die herrschende Ordnung braucht Gefängnisse, um diese Ordnung zu schützen.

Um es mit einem Zitat zu verdeutlichen:


 “This is what the government is, has always been, the creator and defender of privilege; the organization of oppression and revenge. To hope that it can ever become anything else is the vainest of delusions.“

 – Voltairine de Cleyre


Auch in diesem Jahr ist die Anzahl derjenigen gestiegen, die der Staat ihrer Freiheit beraubt.

Menschen werden in Lager und Knäste gesteckt, werden eingesperrt und abgeschoben, Isolation und Vereinsamung ausgesetzt.

Und während der Staat mit zunehmender Repression gegen antifaschistische, anarchistische und linksradikale Bewegungen vorgeht, bewaffnen sich Nazis weiterhin, hetzen und morden.


Gerade die Corona-Pandemie hat für Gefangene deutlich schlimmere Konsequenzen, als für Menschen außerhalb der Mauern.

Waren bereits in Zeiten vor Corona eine mangelnde Gesundheitsversorgung und Isolierung gang und gäbe, hat sich dies durch die Pandemie in Knästen und für eingesperrte Menschen nur verschärft.

Besuche wurden und werden stark eingeschränkt, finden oftmals nur noch hinter Glaswänden oder gar nicht mehr statt. Dies führte dazu, dass es in vielen Knästen zu Unruhen und Aufständen kam. So etwa in Modena in Italien. Bei der Niederschlagung der Revolte wurden 14 Menschen durch die Carabinieri ermordet.


Und in Moria und Lipa, und in allen Flüchtlingslagern, werden Menschen noch schlechter behandelt.

Eingesperrt zu sein, ob im Knast oder im Lager, zieht psychische Traumata mit sich, es verweist Menschen an den Rand der Gesellschaft, wo sie leichter vergessen werden können.

Aber wir vergessen nicht!


Lasst uns das am Ende dieses Scheißjahres besonders zeigen! 

Dass wir die Menschen, unsere Gefährt_innen, hinter den Mauern und in den Lagern nicht vergessen!


Wir sind nicht alle, es fehlen die Gefangenen!

Auf dass alle Knastmauern eingerissen werden und jede Form von Herrschaft und Autorität zerschlagen wird!