RADS MANIFESTO

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wir sind RADS: RADical anarchist dangerous sisters!

diese dinge bedeuten uns leben: die freiheit und das fahrrad, das wir lieben.

es sind nicht alle frei, die ihre ketten fetten. es sind nicht alle frei, die radfahren.

 

seit je hat das fahrrad im umfassendsten sinne der fortbewegung das ziel verfolgt, von den menschen die abhängigkeit zu nehmen und ihnen unabhängigkeit zu geben. aber die fahrradkette verdreckt im zeichen des unheils. rücksichtslos gegen sich selbst, hat das fahrrad noch den letzten rest seines eigenen zwecks überholt.

da wir in einer gesellschaft leben, die sich vollständig dem auto und der geschwindigkeit verschrieben hat, sehen wir selten beispiele der existenzweise des fahrRADS, und die meisten menschen sehen die auf das auto gerichtete existenz als die natürliche, ja die einzig denkbare art sich zu bewegen an. all das macht es besonders schwierig die eigenart des RADS zu verinnerlichen und zu begreifen, dass nach vorne nur eine mögliche richtung ist. dennoch manifestiert sich diese vorstellung im lenkrad.

wir halten die herrschende macht für unrecht, wir wollen dass gar keine macht sondern das chaos herrscht. wir kritisieren die uniformisierung der fahrräder und ihrer ausbeuter. wir wollen keine elektroräder oder unsere städte vom gestank der autos erfüllt.

freiheit ist das fahrrad, weil es freiheit nur im unabhängigen zustande gibt, und es ohne das fahrrad keine unabhängigkeit gibt.

vom standpunkt des autos ist die freiheit gleichbedeutend mit isolierung.

uns ist die gefährliche freiheit lieber als eine autofahrt!

das sind die überzeugungen der RADS, wir nehmen euch nicht ernst und deshalb nennt ihr uns anarchistisch. wir protestieren nicht gegen diese bezeichnung, denn wir sind in der tat feindinnen jeglicher ordnung, weil wir wissen, dass die für den gilt, der ein auto hat, und das fahrrad ihr deswegen nicht gehorchen kann.

eine RADikale ist ein mensch, die mit beiden beinen fest auf den pedalen steht.

und diese beine sind RADikal, weil sie den grund aller unserer maximen bedeuten.

unser RADikalismus ist genau diejenige haltung, die unseren aktionen entspricht. wir bewegen uns in alle richtungen und auf einem fahrrad. wir haben von vornherein nichts anderes im auge als freiheit zu genießen. die verwandlung unseres kampfes aus einem zwang zur überwindung unserer unterdrückung in einen gegenstand des vergnügens – das ist der letzte tritt dieser bewegung.

was kann uns dazu bringen, die kette in bewegung zu bringen, wenn nicht die eigene mit anstrengung erreichte bewegung, die am äußeren widerstand sich entzünden muss? zuerst ist der antreibende widerstand im auto inkarniert, später wachsen ihm tausend räder: die macker im blaumann, die machos in spandex, die fahrradindustrie, die vertreter sexistischer und repressiver mächte. ihre brutalität stimuliert unsere trittfrequenz.

für einen macker, für den geschwindigkeit die hauptform seiner bezogenheit zum herrenrad ist, sind gedanken, die nicht der mainstream gesellschaft entstammen, furchterregend, wie alles was sich dreht, sich biegt und sich somit der kontrolle entzieht.

für uns schwestern, die in der weise des fahrRADS zur welt bezogen sind, hat das pedalen eine völlig andere qualität. wir setzen uns nicht nur mit dem fahrrad auseinander und sind an anderem interessiert.

wir nennen unsere schwestern darum die bewahrerinnen der freiheit, weil bekanntlich bei den mackern nicht die freiheit, sondern die kontrolle die initiative hat, welcher kontrolle die freiheit nur folgt.

du gehst zu deinen schwestern? vergiss dein fahrrad nicht!

eine schwester kann nicht ohne fahrrad auf die straße gehen. sie wird umkommen. wir müssen fahrRADSgangs bilden, um das auto zu überwinden.

jede schwester kennt die methoden der machos und der macker, methoden, durch die ihr können angezweifelt und ihr selbstvertrauen zerstört wird, bis sie sich klischees gegenübersieht, die verlangsamen, weil sie reaktionär sind, und der fähigkeit berauben, ihrer und der kreiselkraft zu vertrauen.

in fahrradwerkstätten wird die schwester aufgrund ihres geschlechts unterdrückt; sie führt ein elendes dasein; sie wird nichts lernen und es bedarf außergewöhnlicher umstände, damit sie sich verwirklichen kann.

selbst wenn sie am fahrrad schraubt, glaubt jeder dass sie nicht reparieren kann.

eine schwester wird nicht als frau geboren, sie wird auf ein damenrad gesetzt. eine schwester, die ein fahrrad fährt, ist etwas völlig anderes als diejenige, die ein damenrad fährt. das fahrrad verdinglicht ihre gedanken. dazu kommt noch etwas. sie ist gefährlich. sie strahlt, ohne ausnahme, die freiheit aus.

wir müssen das damen- und das herrenfahrrad überwinden: die geschichte aller bisherigen fahrräder ist die geschichte von geschlechterkämpfen.

möge die macker macho fahrradindustrie vor einer feministischen revolution zittern. unsere fahrräder haben nichts zu verlieren als ihre ketten. schwestern aller länder, vereinigt euch!

WEIL wir uns nach fahrRADSgangs, grrrls*polo und flimt werkstätten sehnen, die uns ansprechen, in denen wir uns eingeschlossen und verstanden fühlen.

WEIL es für unsere schwestern zugänglicher werden soll, an fahrrädern zu schrauben oder auf jede art und weise und auf jedem rad fahren zu können, damit wir unsere erfahrungen teilen und uns gegenseitig unterstützen können.

WEIL es wichtig ist unsere fahrradaktivitäten mit unseren schwestern zu unternehmen, wenn wir herausfinden wollen, wie wir dinge angehen oder den status quo verändern können.

WEIL wir wissen dass es kein umgekehrter sexismus ist, wenn wir das machen, sondern in einer mackerdominierten szene eine notwendigkeit.

WEIL wir die fantasien der macho fahrradszene als leere lügen entlarven, die unsere schwestern von schönen fahrrädern träumen lassen anstatt unsere eigenen fantasien selbst zu verwirklichen DESHALB suchen wir einen weg radikaler revolution in unseren eigenen kreisen um durch alternativen dieser bullshit wettbewerbs- und konsumsmentalität zu entkommen.

WEIL wir ermutigung wollen und brauchen, im hintergrund unserer eigenen unsicherheiten von mackern im blaumann, die uns sagen wir können keine fahrräder reparieren, von machos im spandex, die uns sagen wir können nicht radfahren und von der sexistischen fahrradindustrie die unsere körper (nicht) als werbeschild betrachtet.

WEIL wir uns nicht an die standards der macho macker fahrradindustrie anpassen wollen.

WEIL wir es satt haben in werkstätten, bei alleycats, als botinnen, im sport nicht ernst genommen zu werden, belächelt zu werden, übergangen zu werden.

WEIL wir wissen das radfahren mehr ist als nur physische kraft und wir uns bewusst sind, dass die unterstützung unserer pedalenden schwestern essentiell ist für unsere revolution, in der wir platz für die fahrräder aller unserer schwestern überall fordern – nach unseren vorstellungen und nicht nach denen der autos oder macho macker fahrradindustrie.

WEIL wir nicht-hierarchische wege des radfahrens fordern und RADS auf solidarität mit allen die nicht den heteronormativen kategorisierungen entsprechen (wollen) basiert.

WEIL fahrräder reparieren, group rides, bike polo, alleycats uns herausfordern und stärken und uns zeigen wie rassistischer, sexistischer, ableistischer, … bullshit unsere eigenen leben beeinflusst.

WEIL wir es wichtig finden anderen schwestern zu zeigen, dass es RADS gibt.

WEIL wir das herrschende system in all seinen formen hassen.

WEIL wir wütend sind und deshalb gefährlich.

WEIL wir uns unsere wut nicht nehmen lassen werden oder internalisieren und gegen uns selbst stellen werden.

WEIL für uns der kampf gegen das auto nicht der einzige ist, sondern wir von allen fahrradgangs und bike freaks verlangen solidarisch mit RADS zu sein.

WEIL wir von den füßen, die auf den pedalen stehen, bis zum kopf, der sich dreht um die richtung zu ändern, glauben, dass RADS eine revolutionäre kraft sein kann.

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